Seth zu Reinkarnation und Astrologie vom 13. Januar 1975 Sitzung 729:

 

Sobald ihr euch selbst mit einem Etikett verseht, setzt ihr Schranken, richtet Barrieren auf und definiert die Realität eurer Psyche - und das gewöhnlich entsprechend ziemlich beschränkter Überzeugungen.

 

Ihr denkt, dass das Selbst irgendwo beginnen oder enden muss. Da muss ringsherum ein Zaun sein, ein eingefriedeter Garten der Identität, in dem ihr euch sicher fühlen könnt. Ich habe viele Male gesagt, dass das Selbst keine Grenzen hat. Ihr scheint zu befürchten, dass das Selbst ausblutet oder "sich selbst" in einem Labyrinth, in dem alle Identität untergeht, verliert. Doch ist euch klar, dass EUER SELBST von weitaus größerer Dimension ist, als ihr normalerweise annehmt - also sprecht ihr von Reinkarnation. Dies gestattet euch Vorstellungen von umfassenderen Identitätsbereichen, während eure Theorien von Eigenpersönlichkeit unangetastet bleiben. Ihr denkt, dass ihr ein Selbst nach dem anderen seid, jede Identität fein säuberlich durch eine Reihe von Jahren von den anderen getrennt, einen offensichtlichen Tod und eine offensichtliche Geburt.

 

Die Theorie von den Komplementär-Aspekten erschüttert bis zu einem gewissen Grad diese Vorstellung, aber nach wie vor wollt ihr Definationen für das Selbst, damit ihr wißt, wo ihr "steht". Ihr seid von der Idee von Bezeichnungen und Kategorien so eingenommen, dass viele von euch der Astrologie blind anhängen.

 

Ihr seid zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und unter bestimmten Bedingungen geboren - aber das Bewusstsein formt stets die Bedingungen. Wenn es bis zu einem gewissen Grad durch sie beeinflusst wird, dann, weil sie sich so auswirken, wie ein Maler von einer Landschaft BEEINFLUSST wird, die er selbst geschaffen hat. Ihr trefft also die Entscheidung, sagen wir, in einem bestimmten Monat geboren zu werden, wenn die Planeten so und so stehen. Ihr wählt vorab die Jahreszeit eurer Geburt.

 

Auf einfachste Weise ausgedrückt, ihr entscheidet euch für eure Umwelt.

 

Ein Veilchen sprießt im Garten ins Leben, aber das Veilchen muss dort bleiben. Sein ganzes Wachstum hängt von den Witterungsbedingungen in diesem bestimmten Gebiet ab, auch wenn sich diese Bedingungen wiederum aus einer gesamtplanetarischen Aktivität ergeben. Ihr aber tretet aus dem Ort und der Zeit eurer Geburt heraus wie es eine Blume nicht kann.

 

Nun: In umfassender Hinsicht operieren Wahrscheinlichkeiten in einem Ausmaß, wie ihr es vielleicht nicht vermutet. Zum einen ergibt sich jeder Fokuspunkt des physischen Lebens aus einer Vermischung von Wahrscheinlichkeiten. An unserer Sitzung nimmt ein Student teil, ein äußerst intelligenter junger Mann (humorvoll). Er hilft Ruburt auch bei der Beantwortung von Briefen. Vorher am Abend schrieb er einer Frau, die das gleiche Geburtsdatum wie Ruburt hat. In unserer letzten Sitzung verglich ich ein Jahr mit einer bestimmten Bergschicht. Ich sagte, dass mit den kommenden und vergehenden Jahreszeiten dort über einen Zeitraum hinweg immer wieder viele Frühlingsblumen wachsen. In diesem Sinne ist jedes Jahr wie eine Schicht oder Lage oder auch Felsterrasse.

 

Gehen wir mal wieder vom Jahr 1940 aus. Alle, die 1940 an einem bestimmten Tag geboren wurden, sind NICHT unbedingt "zur gleichen Zeit" geboren. 1940, wie ihr es euch denkt, ist nur eine Jahreszeit auf dieser Ebene, die Jahreszeit, die ihr erkennt. Die Blumen des Frühlings  in einem Jahr "sehen nicht" die Blumen des folgenden Frühlings oder mischen sich mit ihnen oder mit denen vom Frühling davor. Und genauso mischen sich, im größeren Zusammenhang, die, die 1940 "zu einer bestimmten Jahreszeit" geboren sind, nicht mit denen, die im gleichen Jahr geboren sind. Das Wort "Jahreszeit" mag hier irreführend sein. Laß uns einen Moment Zeit... Jedes Jahr ist jedenfalls wie eine Schicht oder Lage und bringt zahllose Variationen der für dort charakteristischen "Flora" hervor. Jedes einzelne Jahr, etwa das 1940er oder 1920er, birgt seine eigene Entwicklungslinie. In dieser Hinsicht erweitert sich Zeit nach innen und nach außen - sie schreitet nicht einfach nur fort.

Wie ich schon sagte: Eure Realität ist wie eine schimmernde Plattform, eine Oberfläche, die auf Wahrscheinlichkeiten ruht. Ihr folgt ihnen so unbewusst und anmutig, ihr durchschwimmt sie so mühelos, dass es euch nicht in den Sinn kommt, euren Ursprung oder das Medium in Frage zu stellen, in dem eure Erfahrung seine Existenz hat.

 

Die, die ein gemeinsames Geburtsdatum haben, vielleicht sogar auch am selben Ort geboren wurden, haben doch nicht das gleiche "Schicksal"; darüber hinaus teilen sie nicht einmal UNBEDINGT die gleichen Bedingungen. Sie alle werden bei der Geburt von ihrem eigenen Wahrscheinlichkeitssystem beeinflusst, und diese Bedingungen verändern drastisch die Natur ihrer Entwicklung.

 

Schon die Praxis, den Zeitpunkt der physischen Geburt an der Empfängnis festzumachen, ist ein Fehler. Es gibt keinen Punkt, an dem ihr IN  GRUNDSÄTZLICHEM  SINNE sagen könntet, dass ein Individuum lebendig ist, obwohl ihr es praktischer findet, bestimmte Punkte von Leben und Tod zu akzeptieren. Es ist richtig, dass ihr an einem bestimmten Punkt in Raum und Zeit auftaucht. Euer Bewusstsein war jedoch schon lange zuvor es selbst...

   

In einem noch größeren Kontext, dem zu folgen euch schwer fällt, wie ich weiß, ist der Sohn der Vater seines Vaters auf ebenso gültige Weise, wie er der Sohn ist, um umgekehrt.

 

Wenn ihr euer Bewusstsein erst einmal von beschränkten Vorstellungen über die ZEIT und das Selbst befreit habt, dann könnt ihr anfangen, die unbekannte Realität, die das unerkannte Selbst ist, zu erforschen.

 

Wenn ihr eine konventionelle Anschauung von der Astrologie habt, dann ist das so, als ob ihr auf den Umschlag eines Buches seht und nicht bemerkt, dass es viele Seiten hat.

Das in allen zellularen Strukturen aktive Bewusstsein katapultiert sich sozusagen (in jedem Fall) selbst in die Zeit voraus, um auf bestimmte Bedingungen und keine anderen zu reagieren. Viele sind in einem jeweils gegebenen Jahr am selben Tag geboren, und innerhalb der gleichen generellen Zeitphase - und doch kann das individuelle innere Auslösungsmoment ganz unterschiedlich sein, so daß die äußeren Gesamtbedingungen bei der Geburt mehr oder weniger die gleichen zu sein SCHEINEN, die inneren Reaktionen darauf aber völlig verschieden ausfallen. Punkt.

 

Einige Personen sind weitaus stärker von anderen Wahrscheinlichkeiten beeinflusst und sensibel für sie - Wahrscheinlichkeiten, die zum Beispiel in den herkömmlichen Geburtshoroskopen gar nicht auftauchen.

 

Diese Horoskope betonen eine Wahrscheinlichkeitslinie AUF  KOSTEN  aller anderen. Die auf Horoskopen basierenden Deutungen werden also für die, die die gleichen wahrscheinlichen Geburtsumstände gewählt haben, einigen Sinn ergeben - aber sie sind ohne Wert für diejenigen, die zwar, euren Begriffen nach, zur selben Zeit geboren wurden, aber anderen Wahrscheinlichkeitsordnungen folgen. 

 

Nun laß uns einen Moment Zeit... Wie die Zellen im Wissen über wahrscheinliche Handlungen agieren und dabei den physischen Körper in eurem gewählten System aufrechterhalten, agiert auch die Psyche und "sät" sich in viele verschiedene Wahrscheinlichkeiten "aus". In diesem Fall hier spreche ich von anderen physischen Wahrscheinlichkeiten - mit anderen Worten, von Alternativen der Welt, wie ihr sie kennt. Nicht alle, die innerhalb des gleichen Zeitraums leben, sind Zeitgenossen, gehören dem gleichen wahrscheinlichen System an. In dieser Hinsicht befindet ihr euch an einem Ort der Zusammenkunft, wo Individuen aus vielen wahrscheinlichen Realitäten miteinander verkehren und sich verbinden und für den Moment darin übereinkommen, bestimmte Teile der gleichen Raum-Zeit-Umwelt zu akzeptieren.

 

Da ihr euch auf Ähnlichkeiten der Erfahrung konzentriert und die Abweichungen herunterspielt, entgehen euch die tieferen Unterschiedlichkeiten der sogenannten Erfahrung oft völlig. Ihr geht selbstverständlich davon aus, dass es am mangelhaften Erinnerungsvermögen liege, wenn ihr euch mit einer anderen Person über die Ereignisse, die an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit geschahen - etwa Erfahrungen aus der jüngsten historischen Vergangenheit -, nicht einig seid. Ihr geht auch selbstverständlich davon aus, dass sich die Interpretation von Ereignissen verändern, dass es aber bestimmte eindeutige Ereignisse gab, die nun mal nicht zu ändern sind. Statt dessen aber sind die Ereignisse selbst bei weitem nicht so konkret. Ihr akzeptiert ein wahrscheinliches Ereignis. Jemand anders mag statt dessen eine VERSION dieses Ereignisses erleben, die dann zur empfundenen Realität DIESER Person wird.

 

Diese Ereignisse können in der Tat sehr verschieden sein, und die unterschiedlichen Interpretationen sind sehr gültige Erklärungen für verschiedene Variationen. Mit euren Worten, ein Ereignis kann auf mannigfaltige Weise stattfinden.

 

Alles das ist schöne Theorie, esoterisch, aber kaum praktikabel - solange ihr nicht anfangt, die Natur eurer eigenen Gedanken zu hinterfragen und die Realität solcher Ereignisse, denen ihr ANSCHEINDEND begegnet, zu erkunden.

 

Kehren wir zu unserem Beispiel der Blumen zurück. Jede wilde Blume auf unserer Felsenterrasse am Berg betrachtet das Tal darunter aus ihrer Perspektive und sieht die ihr vertraute Umgebung um sich ausgebreitet. Allgemein gesprochen werden die anderen Blumen, die im selben Frühling geboren wurden, etwa um die gleiche Zeit sterben. Im nächsten Jahr werden die neuen Blumen eine leicht veränderte Landschaft sehen, doch das allgemeine Muster wird das gleiche sein. Veilchen werden wachsen, wo vorher Veilchen waren. Die Häuser im Tal werden am selben Platz stehen. Wenn ihr im einen Sommer diese Landschaft betrachtet und dann im folgenden Sommer wieder, werdet ihr vielleicht sagen: "Ach, die Veilchen wachsen immer dort, und wie schön es it, die Lilien des Tals im Schatten desselben Felsens blühen zu sehen." Euch ist klar, dass die Blumen, die ihr pflückt, NICHT dieselben Blumen sind, die ihr an gleicher Stelle im letzten Jahr gepflückt habt, aber von der Natur EURES Fokus her würdet ihr nur dann auf diese Unterschiede achten, wenn ihr dazu gezwungen wärt. Ansonsten denkt ihr: "Veilchen sind Veilchen, und die wachsen hier jeden Frühling."

 

Der unermessliche, unerklärliche Unterschied, der, was die BLUMEN angeht, besteht, ist noch einmal etwas anderes - denn auf dieser Ebene sind die Blumen, die ihr pflückt, ganz und gar sie selbst in ihrer eigenen Welt, aus der ihr sie bis zu einem gewissen Grad herausgenommen habt.

 

Unvorstellbare Unterschiede würden sich ergeben, wenn diese Blumen die Landschaft vom letzten Jahr betrachten könnten, und all die, von euch ignorierten, winzigen Variationen wären gigantisch; die Unterschiede wären in der Tat so groß, dass die Blumen auf ihrer Ebene denken könnten, es handle sich um eine andere Art von Realität. So gibt es also Variationen und zutiefst bedeutsame Wahrscheinlichkeiten, die sogar zwischen denen wirken, die im gleichen Monat desselben Jahres geboren sind - nicht nur hinsichtlich der äußeren, sondern auch der inneren Bedingungen.

 

Das Bewusstsein entscheidet sich nicht nur einfach dazu, an einem bestimmten Ort in Raum und Zeit geboren zu werden, sondern es stattet seinen physischen Organismus auch vor der Zeit mit bestimmten inneren Auslösemechanismen aus, die auf äußerst individualistische Weise auf diese Bedingungen REAGIEREN.

  

Ich spreche hier auch nicht andeutungsweise von Vorherbestimmung oder festgesetztem Schicksal. Laßt es uns mit einer anderen einfachen Analogie versuchen.

Ein Same "weiß", dass er in einem Blumentopf in jemandes Wohnzimmer zum Leben erwachen wird. Sagen wir, es ist der Same einer Tomate; und unser Hauseigentümer beschließt, eine Pflanze ganz von Anfang an zu züchten.

ALLES zellulare Leben ist präkognitiv, euren Begriffen nach. Der Same weiß dann, daß die Sonne von Westen in dieses spezielle Zimmer scheinen wird. Und er reagiert darauf, bevor noch der Trieb zum Vorschein kommt.  

Der Trieb reagiert nicht einfach auf die Richtung, aus der das Sonnenlicht kommt, sondern spürt das schon lange zuvor, und der Same sensibilisiert sich selbst "vor der Zeit" für diese Bedingungen. Er könnte genausogut in östlicher Richtung wachsen. Der Auslösemechanismus ist nicht die Sonnenrichtung an sich, sondern das INNERE WISSEN der Pflanze von dieser Richtung. Es ist der Pflanze zum Beispiel nicht vorherbestimmt, in westlicher Richtung zu wachsen.

 

Auf gleiche Weise kennt das Selbst vor der Zeit die besten Bedingungen für seine Entwicklung im Lichte der Zeit und des Ortes seiner gewählten Geburt.

 

Es hat jedoch buchstäblich endlose Wahrscheinlichkeiten zur Verfügung, aus denen es auswählen kann, um seine Fähigkeiten zur Erfüllung zu bringen und gleichzeitig eine funktionierende Eigenpersönlichkeit aufrechtzuerhalten.

 

Das Bewusstsein wählt für seine eigenen Wachstumsziele die besten zur Verfügung stehenden Gesamtbedingungen.

 

Dann BEREITET ES SEINEN EIGENEN ORGANISMUS SO VOR, dass er auf die Zeit oder den Ort der Geburt reagiert oder nicht reagiert, negiert oder akzeptiert.

 

Das Auftauchen des Bewusstseins in jenen physischen Bedingungen verändert diese automatisch - ein Fakt, der den Astrologen nicht klar ist.

Jedes Kind, das geboren wird, verändert das gesamte Universum und verwandelt die Welt seiner Zeit und Geburt, indem es eine wirkende Kraft in sie einbringt, die zuvor nicht da war, euren Begriffen nach, und indem es dem Universum den Stempel - den unauslöschlichen Stempel seiner Realität aufdrückt.

Jedes Kind wählt seine eigene wahrscheinliche Version eines gegebenen Geburtsdatums. Diese Daten sind offensichtlich nicht nur Punkte in der Zeit, festgemacht im Raum. Zunächst einmal ist alle Zeit simultan, und ihr seid somit ständig am Sterben und Geborenwerden, und eure spätere Erfahrung beeinflusst die Zeit eurer Geburt.

  

Ich gebe zu, dass der Tag der Geburt als praktischer Bezugspunkt agiert. Aber wenn euch klar wäre, dass euer Bewusstsein vor dieser Zeit EXISTIERTE, dann würde sich eure Erinnerung öffnen, und euer akzeptiertes Geburtsdatum erschiene euch weitaus weniger wichtig. "Aus dem Schoß hervorgekommen" ist ein Ereignis, und ein weitaus brauchbareres Bild als der Begriff "Geburt".

In umfassenderer Hinsicht - sehr viel umfassender als ihr euch vorstellt - seid ihr euch wahrscheinlicher "Geburten" und eurer anderen Familien gewahr, die ebenso legitim sind wie die persönliche Geschichte, die ihr jetzt akzeptiert.

  

Das Selbst ist nicht begrenzt. Die wahre Bedeutung dieser Aussage wird vielleicht eines Tages klar werden.

  

Die Vorstellung von einer einzigen Persönlichkeit macht euch noch blind für die größere Mulitpersönlichkeit, die eure wahre Realität ist.

  

Eure Träume geben euch oft Hinweise auf diese Art von Existenz.

  

Ihr betrachtet die Himmel und das Universum, die Planeten und Sterne von eurem eigenen Fokus aus - ein äußerst begrenzter Fokus in bestimmter Hinsicht.

 

Zunächst einmal blickt ihr nur auf eine VERSION des Universums, wie es im Moment eurer Wahrnehmung zu existieren scheint. In diesem kleinen Kontext kann die Gesamtnatur einer Persönlichkeit in ihrer Totalität nicht begriffen werden.

Die Persönlichkeit ist nicht nur an sich von Raum und Zeit unabhängig, sie benutzt auch die daraus folgenden Illusionen für ihre eigenen Zwecke. Alle Dinge sind miteinander verbunden, aber sie verhalten sich nicht deshalb auf eine bestimmte Weise, WEIL die Planetenkonstellationen bei eurer Geburt so und so war. Es BESTEHT eine Beziehung, aber sie ist nicht kausaler Natur.

 

Die Aussage, dass sich die Planeten auf eine bestimmte Weise verhalten, weil ihr seid, was ihr seid, wäre genauso korrekt, wie die allgemein gängige umgekehrte Aussage.

 

Die Positionen der Planeten und Sterne sind Sinneseffekte - Wahrnehmungen, die nur für eure Art von Bewusstsein Bedeutung haben.

 

Diese Wahrnehmungen können euch also nicht DAZU BRINGEN, euch AUFGRUND von Bedingungen, die außerhalb eures Bewusstseins keine Bedeutung haben, auf irgendeine bestimmte Weise zu verhalten.

 

Nun: Das Universum existiert, aber die Gestalt und die Form, die ihr erkennt, nimmt es so nur in euren Wahrnehmungen an. Die Bewegung der Planeten, in der Tat ihre ganze wahrgenommene Realität, existiert im Grunde völlig anders.

 

Laß uns einen Moment Zeit... Das Universum ist übersät mit verschiedenen Formen und Arten von Bewusstsein. Einige davon erscheinen euch als Planeten oder Sterne, wenn sie in euer "Wirklichkeitsfeld" eindringen. Als solche scheinen sie sich auf bestimmte Weise zu verhalten, eine bestimmte Form anzunehmen oder bestimmte Auswirkungen zu haben.

 

Ihr und die Sterne seid simultane Ereignisse, alle bewusst und gewahrend, aber auf unterschiedlichen "Stufen" der Wirklichkeit - so wie eure Bewusstseinsstufe sich von der der Veilchen unterscheidet.  

 

Innerhalb der physischen Wahrnehmung paßt das ganze Bild natürlich zusammen. Euch ist klar, dass jemand - ein interessierter Beobachter -, der die Erde von einem anderen Planeten in einer anderen Galaxie aus betrachtet, das sehen würde, was ihr als Vergangenheit der Erde anseht. Aber wie ich schon darlegte, könnte "er" auch die Zukunft der Erde sehen, je nach "seinem" Blickpunkt. Das würde in keiner Weise eure Realität verändern. Der Position der Sterne und Planeten und eurem Zeitschema läßt sich aber kein Hinweis auf "kausale" Auswirkungen entnehmen. Die Persönlichkeit existiert ganz einfach unter umfassenderen Bedingungen und Zusammenhängen.

 

Laßt uns einen Moment Zeit... Wenn ihr euch der herkömmlichen Astrologie bedient, dann findet ihr bestimmte Korrelationen, weil bestimmte eintretende Ereignisse tatsächlich eine wechselseitige Beziehung haben. Aber viele Personen werden sich in den Horoskopen nicht wiederfinden, weil sich ihre gewählten Wahrscheinlichkeiten ganz einfach qualitativ so sehr von der "Norm" abheben.

 

Wenn die Astrologie funktioniert, dann, weil der Astrologe oder die Astrologin ihre kreativen und medialen Fähigkeiten einsetzt und dann dieses Wissen in ein Muster projizieren, das für sich genommen zu klein ist, um dieses Wissen enthalten zu können. Das Horoskop dient dann einfach als Hilfsmittel.

 

Mir ist klar, daß hier einiges schwer nachzuvollziehen ist. Die einzige andere Zuflucht wäre jedoch eine Wiederholung von Mythen und Märchen, denen ihr entwachsen seid.

 

DIE  STERNE  UND  PLANETEN  BEFINDEN  SICH  EINFACH  AN  MEHR  ALS  EINEM  ORT  ZUGLEICH.

 

Ich gebe zu, daß eure Wahrnehmung sie relativ stabil erscheinen läßt, und biologisch seid ihr auf diese Form von Wahrnehmung eingestimmt. Wie ihr wißt, ist eure Erfahrung von Zeit und Bewegung relativ, und im Vergleich zu eurem relativ kurzen Leben scheinen die Planeten fast endlos lange zu überdauern. Das ist euer Blickpunkt von eurer Felsenterrasse aus.

 

Laß uns einen Moment Zeit... Andere winzige Geschöpfe könnten sehr gut Teile ihres Lebens nach eurem Kommen und Gehen markieren und denken, daß eure Position bei ihrer Geburt ihre Aktivitäten lenkt. Stellt euch vor, wie sie Horoskope erstellen und ihr Leben mit dem euren in Beziehung setzen. Habt ihr die Gewohnheit, auf und ab zu gehen? Wie viele Zeitalter mag es auf einer anderen Zeitebene scheinbar dauern, bis euer Schatten von einem Ende des Zimmers zum anderen gewandert ist? Die Analogie ist gar nicht so weit hergeholt, denn euer Schatten wird die Temperatur im Zimmer geringfügig beeinflussen, andere Bedingungen auf euch nie begreifliche Weise verändern und für ein Bewusstsein auf einer anderen Stufe gigantische Abweichungen auslösen.

 

Eine imaginäre Ameise, mit philosophischen Neigungen, sitzt vielleicht da und sinnt auf ihre Weise darüber nach, wie oft ihr in einer Zeit, die ihr etwa wie ein Jahr vorkommt, das Zimmer durchquert habt. Sie versucht möglicherweise, eure nächste Durchquerung im voraus zu berechnen, so daß sie - kluge Ameise! rechtzeitig "aus dem Weg rennen" und euren Schritten ausweichen kann. Euer donnernder Schritt erschüttert vielleicht ihr winziges Heim unter bestimmten Brettern des Fußbodens oder in den Ritzen. Ich gebe zu, dass ich unsere Ameisengeschichte hier etwas strapaziere, aber stellt euch weiterhin vor, dass sich unsere kleine Genossin nun mit jedermann in, sagen wir, diesem Appartmenthaus vertraut macht und alle Schritte unterscheiden lernt, die da die Treppe hinauf- und hinunterkommen. Unsere Philosophin hält Kontakt mit anderen Ameisen, und schließlich, nachdem viel Zeit und Arbeit und Geduld aufwandt wurden, wird ein Horoskop gezeichnet und werden Berechnungen angestellt. Eine Ameise, die um drei Uhr nachmittags geboren wurde, dann, wenn Miss X mit ihrem Freund nach Hause kommt, sieht vermutlich schweren Zeiten entgegen, denn das Paar tobt überall herum, erschüttert das gesamte Gehäuse bis in die Grundfesten, so daß es in den inneren Ritzen gewaltig staubt.

 

Ich will hier nicht Astrologen mit Ameisen vergleichen.

 

Ich versuche jedoch zu zeigen, daß ihr nicht von den Sternen beherrscht werdet - und daß ihr, wenn ihr euch so VERHALTET, als wäre das doch der Fall, so wenig Verständnis von eurer wahren Position zeigt wie unsere Ameise.

 

Im Vergleich zu den Sternen seid auch ihr klein, aber wenn ihr euer Schicksal in ihre Hände legen wollt, bildlich gesprochen, dann scheint es, als hättet ihr wenig Einfluss auf euer Los.

 

Ihr seid Bewusstsein an bestimmten Punkten von Erfahrung, und in anderen Formen von Realität blinkt IHR wie Sterne.