Bioenergetik des Wohnraums

 

Vastu (Bioenergetik des Wohnraums) gründet auf ewigen Naturgesetzen, nach denen in Indien seit Jahrtausenden Häuser, Tempel und ganze Städte gebaut werden.

 

Die Weisen des alten Indiens glaubten, dass die Gestaltung des Wohnraums den Menschen und sein Schicksal wesentlich beeinflusst. Die Erfahrung von Generationen vedischer Architekten und Baumeister hat diese Ansicht weiter bekräftigt und mit zusätzlichen Erkenntnissen angereichert. Da die Tradition des Vastu bis zum heutigen Zeitpunkt in Indien lebendig geblieben ist, bietet sie die derzeit fundierteste Wissenschaft der Architektur in Beziehung zum Menschen.

 

Vastu sieht das Haus als einen Mikrokosmos an, der all die Energien und Kräfte beinhaltet, die auch im Universum wirksam sind. Es wirkt wie eine Linse, welche die Kräfte von Natur und Kosmos auf seine Bewohner fokussiert und so den Menschen mit seiner Umgebung verbindet. Je nach der Beschaffenheit der Linse fördern diese Kräfte die Entwicklung der Menschen oder behindern sie. Da jeder Mensch einzigartig ist, geht Vastu bei der Gestaltung des Wohnraums individuell vor. Die zeitlosen Naturgesetze der vedischen Architektur müssen mit dem einzelnen Menschen persönlich in Beziehung gesetzt werden, um für ihn einen harmonischen Raum zu schaffen.

 

Die wichtigste Erkenntnis, die Vastu vermittelt, besteht darin, dass wir unsere Wahrnehmung verändern müssen. Während wir es als abendländisch geprägte Menschen gewohnt sind, unsere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zunächst auf die Objekte zu richten, verlangt Vastu von uns, erst den Raum zu sehen. Hören wir das Wort "Küche", so denken wir sofort an einen Herd, eine Spüle, Arbeitsplatten, Schränke, Tische usw. und vergessen dabei, dass die Küche zunächst einmal ein Raum ist, der sich in seiner Qualität von anderen Räumen unterscheidet. Der Raum einer Küche hat eine andere Energie als der eines Wohn- oder Schlafzimmers.

 

Nach der Philosophie des Vastu besteht eine enge Beziehung zwischen Raum und Bewusstsein. Der Raum reflektiert das Bewusstsein des Menschen und ist gleichzeitig ein Abbild der kosmischen Energien. Im Raum kommt es zu einer Verbindung zwischen Geist und Kosmos. Die wichtigsten Einflüsse im Vastu, die die Qualität des Raumes prägen, sind die fünf Elemente, die Planeten und die naturgegebenen Einflüsse von Bergen, Flüssen, Seen usw. Naturgegebene Umstände üben generell eine stärkere Wirkung aus, als von Menschen geschaffene Einflüsse.

 

Der Raum besitzt ursprünglich keine Form. Nimmt er Form an, so manifestiert sich aus dem Raum die Materie in Form von Elementarteilchen, Atomen, Häusern, Planeten usw. Die erste Form, die der Raum annimmt, ist nach Vastu, das Quadrat, in dem die schöpferischen Energien im vollkommenen Gleichgewicht stehen. Interessanterweise entspricht diese jahrtausendalte Vorstellung den Erkenntnissen der modernen Physik. In der Quantenfeldtheorie des deutschen Physikers Burkhard Heim, wird die sechsdimensionale Raumzeit ebenfalls als ein Gitter angesehen, dessen Elementarzelle das zweidimensionale Quadrat ist. Burkhard Heim bezeichnet es als Metron, die Urzelle des Raumes. Es ist ein infinitesimales Quadrat, das aus der Entfernung betrachtet wie ein Punkt aussieht.

 

Legt man das Quadrat parallel zu den Himmelsrichtungen, so bildet sich in ihm ein Energiefeld aus, das im Vastu in Form eines Mandalas dargestellt wird. Es wird als Vastupurusha Mandala bezeichnet und bildet die Grundmatrix eines jeden Grundstücks, Gebäudes oder Hauses. Am wichtigsten sind hierin die Ecken, in denen sich je zwei Himmelsrichtungen miteinander in einem rechten Winkel verbinden. Diese Ecken sind Orte konzentrierter Energien voll Spannung und Dynamik und entwickeln jeweils die Energie eines der vier Hauptelemente (Erde, Wasser, Feuer und Luft).

 

Der Nordosten ist der Nullpunkt des Vastu. Von dort nehmen alle Energien im Raum ihren Anfang. Er verkörpert den bewussten Raum und steht für Freiheit, Reinheit, Offenheit und spirituelle Wahrnehmung. Der Nordosten ist ein idealer Ort für Wasser allgemein, für Brunnen, Teiche, Trinkwasser usw. Er sollte nicht mit großen, schweren oder unreinen Dingen belastet werden. Vom Nordosten ausgehend bauen sich die positiven Energien des Raumes auf. Möchte man nur ein Prinzip des Vastu zur Anwendung bringen, so sollte man hiermit beginnen.  

 

Der Nordosten sollte frei sein, so dass sich seine typischen aufsteigenden, erhebenden Energien manifestieren können. Diese stehen dann den Bewohnern für förderliche Tätigkeiten und vor allem für ihre geistige Entwicklung zur Verfügung. Aus diesem Bereich sollten Müll, schmutziges Wasser, schwere und hohe Gegenstände entfernt werden. Verletzungen der Vastu-Prinzipien in diesem störungsanfälligen Bereich des Nordostens zeigen erfahrungsgemäß eine sehr starke Wirkung, besonders wenn der Südwesten ebenfalls schwach ist und kein Ausgleich geschaffen wird.

 

Im Allgemeinen wirkt sich ein einzelner Defekt im Vasati nicht automatisch und unmittelbar aus. Es bedarf weiterer Defekte in anderen Bereichen des Hauses, die einander verstärken, so dass von einem wirksamen Defekt gesprochen werden kann.

 

 

Wohnhoroskop

Man kann für jeden einzelnen Aszendenten durch die Zuordnung des Tierkreiszeichens zu den zwölf Häusern und den Himmelsrichtungen die spezifischen Qualitäten der einzelnen Himmelsrichtungen bestimmen.

In der vedischen Astrologie spielen die acht Himmelsrichtungen im Horoskop eines Menschen eine große Rolle. Jede Himmelsrichtung hat eine individuelle Wirkung auf jeden Menschen.

 

Dementsprechend kann bestimmt werden, in welcher Richtung des Hauses die Energien für Sie von Vorteil sind und welche nicht.

 

Folgende Planeten herrschen über die 8 Himmelrichtungen:

 

Jupiter       Nordosten

Sonne        Osten

Venus        Südosten

Mars          Süden

Rahu          Südwesten

Saturn        Westen

Mond          Nordwesten

Merkur        Norden

 

Es gibt ein einfaches System, um die Himmelsrichtungen herauszufinden, die für Sie persönlich förderlich sind. Dieses System verwendet den Mond-Nakshatra (Mondhaus) ihres Geburtshoroskops.

 

Zum Beispiel: der Mond ist zum Zeitpunkt der Geburt im 1. Mondhaus (Nakshatra) Ashvini platziert, weshalb die bevorzugte Himmelsrichtung für den Geborenen der Süden ist.

Süden bedeutet für den Ashvini-Geborenen: Freude und Gewinn.

Der Südwesten bedeutet: finazielle Gewinne, Reisen, Treffen mit Freunden und Verwandten

Der Westen bedeutet: außerordentliche Freunde

Nordwesten: Krankheit, Sorgen

Norden: Feinschaft, Furcht im Beruf, finanzielle Verluste

Nordosten: Meinungsverschiedenheiten, Unterdrückung

Osten: Gewinn, Freude durch Freunde, Weisheit

Südosten: Furcht vor dem Tod, finazielle Verluste

 

Die den Himmelsrichtungen hier zugeordneten Eigenschaften sind nur als Tendenzen oder Neigungen zu verstehen, die sich manifestieren können, wenn sie durch zusätzliche Faktoren unterstützt oder verstärkt werden. Unter keinen Umständen sollten Sie diese Informationen so interpretieren, dass Sie in Zukunft bestimmte Richtungen ganz und gar meiden oder sogar fürchten müssen. Sehen Sie diese Information als Hinweise, wie Sie bestehende Probleme mit der Unterstützung von Vastu lösen und zukünftige Schwierigkeiten vermeiden können.

 

Man kann ein Haus als ein kleines Universum ansehen, in dem all die Kräfte und Einflüsse existieren, die auch im Kosmos wirksam sind. Dementsprechend sind auch im Haus Einflüsse der Planeten, der Sonne und des Mondes von großer Bedeutung. Jeder Planet beherrscht einen bestimmten Aspekt des Hauses.

 

Die Sonne steht für    

das Haus selbst, Fenster rechts vom Haupteingang (von innen betrachtet)

Der Mond steht für

Brunnen, Bäder, Fenster links vom Haupteingang

Mars steht für

die Küche

Merkur steht für    

Eingangshalle, Gästebereich, Veranda, grüne Bereiche, Büro

Jupiter steht für    

spirituelle Räume, Safe, Rückzugsorte 

Venus steht für

Kreativität, Harmonie, das Bett, Schlafzimmer, Sofa, Wohnzimmer, Glück, Freude, Wohlbehagen, Luxus, Schönheit 

Saturn steht für   

Getreidespeicher, Eßzimmer, Müllraum, Hunger

Rahu steht für

Haupteingang, dunkle und große Räume, große Türen

Ketu steht für

Bad, kaputte Wände, Risse, Ausgang, kleine Türen

 

 

 

Bioenergetik des Wohnraums