Die nachfolgenden Interpretationen der Planetenhausstellungen stellen ausschließlich eine Hilfsanleitung dar. In keinerlei Weise kann diese Interpretation als erschöpfend oder gar bindend verstanden werden.

Für jeden einzelnen ist die persönliche Beziehung zur Planetenhausstellung eine Frage der Wahrnehmung und durch Empfindung zu erfühlen und zu erkennen. Daher kann in keinerlei Weise für irgendeinen Menschen etwas fremd gedeutet oder eine Vorbestimmung herausgelesen werden. Es können nur Rahmenmuster gezeigt werden, innerhalb dessen der einzelne seine Empfindungen, Wahrnehmungen und Informationen verstehen und leichter deuten kann. 

 

 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu und der absteigende Mondknoten Ketu in den Häusern

 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 1. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 7. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen der Ich-Entfaltung und dem Streben nach Harmonie, Ausgeglichenheit und Anpassung in der Partnerschaft. Spannung zwischen Geben und Nehmen.

Aufgabe: Eigenständigkeit. Den Mut entfalten, aus Beziehungsabhängigkeiten herauszutreten, eine echte Beziehung zu sich selbst herzustellen und das zu tun, was man selbst für richtig hält. Die Entfaltung von Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und Freude an der eigenen Kraft und Stärke. Aber auch die Bereitschaft sich Konflikten und Verlustängsten in Begegnungen und Beziehungen zu stellen.

Gefahr: Selbstverleugnung. Überangepasstheit und die Neigung, sich immer und sofort hilfsbereit anzubieten, selbst wenn das den eigenen Bedürfnissen entgegengesetzt ist. Sich immerzu auf andere verlassen, geringe Eigeninitiative und stets auf Bestätigung von außen angewiesen sein. 

 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 2. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 8. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen Festhalten und Bewahren-Wollen sowie den Kräften der Wandlung und der Notwendigkeit, Altes hinter sich lassen.

Aufgabe: Eigenwert. Muss Bedürfnis nach Sicherheit, Nähe, Vertrauen und Vertrautheit, Zuversicht, Körperlichkeit akzeptieren. Den Eigenwert erkennen, sich selbst als wichtig erleben, eigene Möglichkeiten und Fähigkeiten entdecken, sich selbst wertschätzen und so lieben, wie man ist. Entfaltung der Talente und Ausbau all dessen, was Sicherheit bedeutet: materielle Sicherheit, innere Sicherheit und Selbstsicherheit.

Gefahr: Kontrollsucht. In Folge großer Verlustängste alles kontrollieren wollen. Sicherheit sowie die Bestätigung der eigenen Liebenswürdigkeit und Wichtigkeit nur über fragwürdiges Erzeugen von Abhängigkeiten suchen. Sexualität und Erotik als Machtinstrumente ausspielen. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 3. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 9. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen der Suche nach Objektivität, nach breitem Wissen, regem Kommunikations- und Informationsaustausch sowie dem Beharren auf einer stark subjektiven Sicht der Dinge und dem Rückzug in eine elitäre, geistige Welt mit fest verankerten Standpunkten und vorurteilsvollen Überzeugungen und Geboten.

Aufgabe: Dolmetschen. Komplexe Zusammenhänge, hohe Überzeugungen und große Gedanken in der Alltagssprache ausdrücken. Spirituelles Wissen ins praktische Leben umsetzen und allgemeinverständlich an die unmittelbare Umgebung weitergeben. Den Bezug zwischen hohen Erkenntnissen, philosophischem Gedankengut sowie ethischen und religiösen Werten im Alltagsleben deutlich machen. Durch Schreiben und Vortragen praktisches Wissen weitergeben. Sich um naheliegende Dinge kümmern. 

Gefahr: Prinzipienreiterei. In festgefahrenen Mustern, Überzeugungen und Vorurteilen steckenbleiben. Uneinsichtig und stur eine fundamentalistische Einstellung vertreten. Keinen Zentimeter von einmal gefassten Überzeugungen oder vom eigenen Weltbild abrücken. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 4. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 10. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen Familie und Beruf, Zuhause und Öffentlichkeit, Nähe und Distanz, innerem Erleben und äußerer Verpflichtung

Aufgabe: Seelenstärke. Glück und Erfüllung im Zuhause, in der Familie, im eigenen Seelenleben suchen und finden. Sich mit der eigenen Herkunft befassen, mit der Sippe, dem Volk, der Heimat. Sich der Innenwelt zuwenden, den Bildern der Seele, den eigenen Gefühlen und emotionalen Bedürfnissen. Nach Möglichkeiten suchen, die eigene Fürsorglichkeit auszudrücken: in der Familie, als Arzt, Therapeut usw.

Gefahr: Aushäusigkeit. Sich durch äußere, berufliche Aufgaben und Verpflichtungen vom häuslichen Leben und von der Beschäftigung mit der Innenwelt abhalten. Den ganzen Ehrgeiz auf Leistung und äußere Anerkennung konzentrieren, statt innere Ruhe und seelische Sicherheit zu entfalten.

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 5. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 11. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen leidenschaftlicher, sinnlicher, erotischer Liebe und der reinen Freundschaftsliebe, zwischen ich-hafter Selbstdarstellung und dem Bewusstsein, Teil einer Gruppe zu sein. 

Aufgabe: Schöpfergeist. Spielerisch und lustvoll der eigenen Kreativität Ausdruck verschaffen. Zeigen, was man kann und so seinen Hoffnungen, Wünschen, Träumen und Gedanken Raum verschaffen, sie Wirklichkeit werden lassen. Sich auf eine Bühne stellen oder sonstwie Anerkennung und Bewunderung auf sich ziehen. Das Leben als eine spielerische Herausforderung verstehen. 

Gefahr: Die Randfigur. Sich an den Rand statt in die Mitte stellen. Dem Gruppengefühl so verhaftet bleiben, dass kein klares Ich-Gefühl entstehen kann. Sich verzetteln, überall mitmischen wollen, allen anderen Hilfestellung geben und damit die eigene Kraft und Initiative vergeuden. Sich nicht unter Beweis stellen wollen. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 6. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 12. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen Rationalem und Irrationalem, zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Selbstanpassung und Selbstaufopferung.

Aufgabe: Integration. Konkret werden. Auseinandersetzung mit der täglichen Routine, der Realität und der Pflicht zur Arbeit. Von Imagination, Rückzug und Innenschau hin zu Aktivität und Pflichterfüllung im Alltag. Transzendente Erfahrungen im Alltagsleben zum Ausdruck bringen. Aus (spiritueller) Abgeschiedenheit heraustreten und zu einem integrierten, aktiven Mitglied der Gesellschaft werden.

Gefahr: Verlorenheit. Sich im Grenzenlosen verlieren, statt seine medialen Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. Sich allem entziehen, nicht eindeutig genug den Verpflichtungen folgen, unzuverlässig und vergesslich sein, sich isolieren, abgehobene oder versponnene Weltflucht betreiben.

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 7. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 1. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen dem Streben nach Harmonie, Ausgeglichenheit und Anpassung in der Partnerschaft sowie dem Ich-Bewusstsein und den Kräften zur Selbstentfaltung.

Aufgabe: Dubezogenheit. Sich in eine verbindliche Partnerschaft einbringen. Auf die Bedürfnisse des anderen eingehen. Hingabe, Verständnis, Rücksichtnahme und Sensibilität in einer Beziehung entwickeln. Selbstbewusste Anpassungsbereitschaft entfalten, statt selbstsüchtig das Anpassungsopfer ausschließlich vom anderen zu verlangen.

Gefahr: Egozentrik. Nicht über die Beschäftigung mit sich selbst hinauskommen. Große Angst, sich in engen Bindungen zu verlieren, nicht genug beachtet zu werden oder seine Individualität und Unabhängigkeit opfern zu müssen. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 8. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 2. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen seelischem und materiellem Besitz, zwischen dem Wissen um die Vergänglichkeit und der Gier, etwas festhalten zu wollen.

Aufgabe: Tiefgang. Sich mit der Vergänglichkeit allen Seins aussöhnen und den Tod (Tod kann hier auch als Transformation, Umgestaltung und Reorganisation betrachtet werden) als großen Lehrmeister anerkennen. Statt auf falsche, äußere Werte zu bauen oder zu setzen, die immateriellen Schätze der Tiefe aufspüren. Konfliktbereitschaft entwickeln und den Willen, gesellschaftliche Konventionen und Tabus zu überschreiten, statt in gefälliger Harmlosigkeit zu verharren. Zu den tiefsten Erlebnismöglichkeiten der Sexualität vordringen, die hinter aller Sinnlichkeit und Leidenschaft eine echte spirituelle Erfahrung in sich bergen. 

Gefahr: Geldgier. Zwanghaftes Festhalten an materiellen Gütern, am Gewohnten, Bewährten und Gesicherten. Sich selbst „verkaufen“, um sich materielle Wünsche erfüllen zu können. Werte nur in Geldwerten sehen und nicht zu den eigentlichen, tiefer liegenden Werten vordringen. Verharmlosende Konfliktvermeiderei.

 

Der aufsteigende Mondknoten im 9. Haus und der absteigende Mondknoten im 3. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen höherem Denken und alltäglichen Binsenweisheiten, zwischen profanen Erkenntnissen und heiligen Werten, zwischen intellektuellen Zweifeln und religiösen Überzeugungen.

Aufgabe: Wahre Bildung. Hinter der Vielfalt der Ideen und Erscheinungen den wahren Sinn finden. Durch Studien, Reisen und geistige Pilgerschaft zu einem persönlichen, religiösen Weltbild gelangen. Vertrauen in die eigene Meinung und den eigenen Standpunkt entwickeln. Über Zeitungswahrheiten hinaus zu höheren Erkenntnissen und ethischen Werten kommen. Aus einem engen, vertrauten Umfeld heraustreten, um neue Möglichkeiten zu entdecken und weitgesteckte, bedeutungsvolle Ziele ins Auge zu fassen.

Gefahr: Verzettelung. In einer Fülle von Wissen verlorengehen. Zwischen den vielfältigen Informationen nicht unterscheiden und werten können. In Oberflächlichkeit steckenbleiben und an der Sinnsuche scheitern.

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 10. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 4. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen beruflicher Karriere, öffentlichen Verpflichtungen sowie dem häuslichen Leben, der Familie und der Einkehr nach innen.

Aufgabe: Hervortreten. Aus dem häuslichen Bereich und der Familie hinaus in die Öffentlichkeit treten. Erwachsen werden, Verantwortung übernehmen. Disziplin, Konsequenz und Geradlinigkeit entwickeln. Sich von familiären und emotionalen Abhängigkeiten lösen und eigene Bedürfnisse zurückstecken können. 

Gefahr: Kind bleiben. Gefühlsmäßige Abhängigkeit von Beruf, Verpflichtung und Status oder sogar völliges Verharren in der schützenden Geborgenheit der Familie. Zuwendung, Rücksichtnahme und Schutz erwarten, statt sich in die rauhe Wirklichkeit hinauszuwagen. Keine Selbstverantwortlichkeit entwickeln und statt dessen für jedes Missgeschick sofort einen Schuldigen ausmachen. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 11. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 5. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen ich-hafter Selbstdarstellung und einem notwendigen Gruppenbewusstsein, zwischen platonischer Liebe oder der Liebe zur Philosophie und einem leidenschaftlichen, sinnlich-erotischen Erleben.

Aufgabe: Gemeinschaftsgeist. Das Leben von einem übergeordneten Blickwinkel aus betrachten und nicht nur auf die Befriedigung des Egos achten. Gemeinschaftsgeist entfalten, das Bewusstsein eines Weltbürgertums voranbringen, sich für den Abbau gesellschaftlicher Unterschiede einsetzen und sich für neue Ideen und Reformen engagieren.

Gefahr: Selbstbeweihräucherung. Sich stets und überall in den Mittelpunkt stellen und eine Sonderrolle beanspruchen. Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bewunderung verlangen. Ungeniert und zuerst stets an sich selbst denken. 

 

Der aufsteigende Mondknoten Rahu im 12. Haus und der absteigende Mondknoten Ketu im 6. Haus:

 

Thema: Konflikt zwischen transzendentem Streben und alltäglicher Wirklichkeit, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Medialität und Vernunft.

Aufgabe: Spiritualität. Aus der Enge des Erklärbaren heraustreten und sich den Erfahrungen der Transzendenz und des Grenzenlosen überlassen. Über rationales, analytisches Arbeiten hinaus imaginative Kräfte und ein spirituelles Bewusstsein entwickeln. Das sogenannte Chaos erforschen. Sich aus emsiger Geschäftigkeit hinaus in die Abgeschiedenheit zurückziehen. Opferbereitschaft und Nächstenliebe entfalten. 

Gefahr: Klinische Reinlichkeit. Sich an engen Nützlichkeitsdenken festklammern. Aus der Angst vor Unplanmäßigem und Unbekanntem zwanghafte Ablehnung und Vermeidung von allem Ungeordneten und Unerklärlichen. Sauberkeitswahn, Ordnungssucht oder die Manie, alles kontrollieren zu müssen.

 

 

 

 

Quellmaterial: Schlüsselworte zur Astrologie von Hajo Banzhaf und Anna Haebler