Seth-Sitzung 852, Mittwoch, den 09. Mai 1979 - über Hitlerdeutschland

Guten Abend.

Wenn ihr die Natur von Gut und Böse erörtert, dann bewegt ihr euch auf trügerischem Grund, denn viele – oder die meisten – Greuel, die Menschen an Menschen verübten, wurden im fehlgeleiteten Eifer für das „Gute“ verübt.

Wessen Gutes (Fragezeichen)? Ist „das Gute“ etwas Absolutes (Fragezeichen)?

Offenbar kann auf den Schauplätzen eures Lebensgeschehens das Wohl des einen des anderen Verderben sein.

Hitler verfolgte seine Version „des Guten“ mit unbeirrbarem Fanatismus. Er glaubte an die Überlegenheit und sittliche Lauterkeit der „arischen Rasse“. In seiner übersteigerten, idealisierten Version der Wirklichkeit sah er die arische Rasse als „von Natur aus“ zur Herrschaft über die Menschheit bestimmt.

Er glaubte an heroische Eigenschaften und war geblendet von der idealisierten Version eines arischen Übermenschen, der gesund und stark an Körper und Geist sein sollte. Um dieses Ziel zu erreichen, war Hitler bereit, die übrige Menschheit zu opfern. „Das Übel muß ausgerottet werden“. Diese unselige Litanei steht hinter dem Glauben zahlreicher – wissenschaftlicher wie auch religiöser – Kulte, und Hitlers Arierreich war eine abstruse Verquickung der okkultesten Aspekte von Religion und Wissenschaft, in der den kultistischen Tendenzen beider nach Kräften Vorschub geleistet wurde.

In der politischen Arena sollten diese „Ideale“ zur Verwirklichung kommen. Zweifellos war Hitlers Idee vom Guten weder richtig noch umfassend; und auch die verbrecherischsten Handlungsweisen waren gerechtfertigt. Wie konnten Hitlers ursprünglich verschwommene Ideale von nationaler Größe sich zu der Weltkatastrophe bekannten Ausmaßes auswachsen? Die Schritte, die dorthin führten, entsprachen den bereits früher erwähnten Kriterien, die jeder Kulturbewegung anhaften.  Hitlers Tagträume wurden zunehmend grandioser, und in ihrem Licht schien sich der Leidensweg seines Volkes mit jedem Tage zu verschlimmern.

Immer wieder zählte er in Gedanken dessen Demütigungen auf, bis sein gefühlsgeladenes Denken sich nur noch in einer hermetisch abgeschlossenen Umwelt bewegte, in die nur ganz bestimmte Ideen Einlaß fanden.

Alles, was nicht arisch war, wurde zum Feind. Die Juden wurden zum erklärten Erzfeind vor allem wegen ihrer Rolle in der Finanzwelt und wegen ihres Zusammenhalts, ihres Einstehens für eine Kultur, die nichtarisch war. Sie wurden Hitlers fanatischem Ideal von Deutschlands Heil zum Opfer gebracht.

In seinen Reden hob Hitler den Wert gemeinschaftlichen Handelns hervor und stellte es in Gegensatz zu individuellem Handeln. Er machte aus Kindern Denunzianten ihrer eigenen Eltern. Er verhielt sich im Rahmen des Nationalsozialismus, wie sich jeder kleinere Kultführer in kleinerem Rahmen auch verhält. Die Juden glaubten an ihr Märtyrertum. Deutschland wurde das neue Ägypten, in dem man ihr Volk verfolgte. Ich möchte die Sache nicht ungebührlich vereinfachen, und ganz gewiß gibt es keine Entschuldigung für die Greuel, die den Juden in Deutschland und in den besetzten Ländern angetan worden sind. Doch (eindringlich) es schafft jeder einzelne von euch seine eigene Wirklichkeit, und en masse schafft ihr die Wirklichkeit eurer Völker und eurer Staaten.

Damals sahen sich die Deutschen als Sieger und die Juden sich als Opfer.

Beide reagierten im allgemeinen als Gruppen und nicht so sehr als Individuen.

Bei all ihrem Idealismus hatten beide im Grunde eine pessimistische Sicht ihres individuellen Selbst. Es war Hitlers Glaube an das Böse in der individuellen Psyche, der ihn zu all seinen Gesetzen und Reglementierungen zur Förderung und Wahrung der „Reinheit der arischen Rasse“ bewog.                         Und düster war auch das Weltbild der Juden, aus dem heraus sie ihrerseits Gesetze und Reglementierungen erließen, um die Reinheit der Seele vor den Kräften des Bösen zu bewahren.         

Und während den jüdischen Schriften des „Alten Testaments“ zufolge Jahwe dann und wann mit großer Majestät einschritt, um sein erwähltes Volk zu retten, ließ er auch zu, daß es während langer Perioden große Demütigungen zu erdulden hatte, und er schien es oft erst im letzten Moment zu erretten – und diesmal, so schien es, ließ er es vollends im Stich.

Was ging da vor?

Hitler brachte unbeabsichtigt (lange Pause) eine ganz entscheidende Idee zur vollen Blüte, eine Idee, die eure Geschichte immer wieder verändert hat. (Pause). All die krankhaft übersteigerten nationalistischen Phantasien, die jahrhundertelang gewuchert hatten, all die großsprecherischen Hymnen zum Lob des Krieges als des unveräußerlichen Rechts einer Nation, sich zum Herrscher über andere Nationen aufzuschwingen, konzentrierten sich schließlich in Hitlerdeutschland wie in einem Brennpunkt.

Diese Nation lieferte das Beispiel dafür, was in jedem Lande möglich wäre, wenn sich extremer Nationalismus unkontrolliert ausbreiten dürfte, wenn das Recht sich nach der Macht richtete und wenn irgendeine Nation es für gerechtfertigt hielte, die  V e r n i c h t u n g  einer anderen in Betracht zu ziehen.

Ihr müßt euch in diesem Zusammenhang klarmachen, daß Hitler glaubte, jede Greueltat sei im Lichte dessen, was er für das einzig Wahre hielt, gerechtfertigt. Auch waren nicht wenige der von ihm vertretenen Ideen längst akzeptiertes Gedankengut auch in anderen Volksgemeinschaften, nur sind sie dort nicht so gründlich in die Tat umgesetzt worden.

Die Nationen oder Völker der Welt sahen ihre eigenen schlimmsten Tendenzen in Hitlerdeutschland personifiziert und auf dem Sprung, sie anzugreifen. Die Juden verhielten sich aus verschiedenen Gründen – und noch einmal:  dies ist nicht die ganze Geschichte – wie alle Opfer dieser Welt und stimmten mit den Deutschen prinzipiell in ihrer Ansicht über die „Verderbtheit der menschlichen Natur“ überein. Zum erstenmal kam der modernen Welt ihre Verletzlichkeit infolge politischen Geschehens zum Bewußtsein, und Technologie und Kommunikation beschleunigten alle Schrecknisse des Krieges. Hitler brachte viele der niederträchtigsten Tendenzen des Menschen zum Vorschein.

Zum erstenmal begriff daher die Menschheit, daß Macht nicht gleichbedeutend war mit Recht, und daß genaugenommen ein Weltkrieg keine Sieger im    e i g e n t l i c h e n   S i n n e  übrigließ.

Es hat nicht viel gefehlt, und Hitler hätte die erste Atombombe der Welt gezündet.

Doch wußte Hitler auf eigentümliche Weise von Anfang an, daß er zum Untergang verurteilt war, und Deutschland ebenfalls, was seine Hoffnungen betraf. Es trieb ihn zur Zerstörung, denn in seinen lichteren Augenblicken erkannte selbst er die grotesken Entstellungen seiner früheren Ideale.

Das führte dazu, daß er häufig seine eigenen Bemühungen sabotierte, und mehreren bedeutenden Siegen der Alliierten lag solche Sabotage zugrunde. Aus ebendiesen Gründen kam es auch nicht zur Bereitstellung der Atombombe in Deutschland.

Doch jetzt kommen wir zu Hiroshima, wo die erste vernichtende Bombe gezündet wurde (am 6. August 1945) – und aus welchem Grunde? Um Leben zu retten, um das Leben von Amerikanern zu retten. Gewiß war es eine „gute“ Absicht, Amerikanern das Leben zu retten – diesmal auf Kosten der Japaner. In dieser Hinsicht war das Heil Amerikas das Unheil Japans, und ein Akt „zur Rettung von Menschenleben“ hatte die Vernichtung von Menschenleben zur Voraussetzung.

Welchen Preis hat „das Gute“ – und welche Idee des Guten soll als Kriterium dienen?

Das menschliche Streben nach dem Guten führte auch zur Inquisition und zu den Hexenjagden von Salem. Politisch denken heute viele, daß die Sowjetunion „der Feind“ und daß daher jedes Mittel recht wäre, diesen Feind zu zerstören. Manche Menschen in den Vereinigten Staaten glauben, daß „das Establishment“ durch und durch korrupt und daher jedes Mittel recht wäre es zu zerstören. Manche glauben auch, daß Homosexuelle und Lesbierinnen „entartet“ seien, es ihnen an menschlichem Wert fehle und daß sie daher keine Achtung verdienen. All dies sind Werturteile aufgrund eurer Glaubensüberzeugungen von dem, was gut und wahr sei. (Pause).

Nur sehr wenige Menschen legen es von Anfang an darauf an, so schlecht und gemein wie möglich zu sein. Zumindest haben zum Beispiel   m a n c h e   K r i m i n e l l e  das Gefühl, daß sie, indem sie stehlen oder töten, nur die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft wieder ausgleichen.  Ich will damit nicht sagen, daß dies ihr einziges Motiv sei, aber auf die eine oder andere Weise gelingt es ihnen, ihre Handlungen vor sich selbst zu rechtfertigen, indem sie darin ihre eigene Version dessen, was gut und recht sei, erblicken.

Ihr müßt euch klarmachen, daß Fanatiker immer grandios übersteigerte Ideen hegen, während sie zugleich an die sündige Natur des Menschen und die Machtlosigkeit des Individuums glauben. Sie können dem Ausdruck des Selbst nicht vertrauen, da sie von seiner Verschlagenheit überzeugt sind. So erscheinen ihnen ihre Ideale noch unerreichbarer.

Fanatiker rufen andere zu sozialem Handeln auf. Da sie nicht glauben, daß der einzelne etwas auszurichten vermag, sind ihre Gruppierungen nicht Zusammenschlüsse privater Einzelmenschen, die sich auf der Grundlage der Vernunft zusammenfinden, um auf individuelle Weise ihren sozialen Beitrag leisten; vielmehr sind es Zusammenschlüsse von Menschen, die sich davor fürchten, ihre Individualität zu behaupten, und die hoffen, sie in der Gruppe zu finden oder aber eine Art Gruppenindividualität zu entwickeln – und (nachdrücklich) das ist ein Unding.

 

Das Individuum kann durch soziales Handeln sehr viel erreichen, und der Mensch ist ein soziales, ein geselliges Wesen; doch werden Menschen, die die Eigenverantwortung scheuen, in der Gruppe nur ein Zerrbild der eigenen Machtlosigkeit, niemals aber ihre Individualität finden. 

 

 

youtube.com/watch?v=EQ_AgOADqVE   (Russland gibt eine wichtige Rede Hitlers frei ca. 15 min)

www.youtube.com/watch?v=_fxyx7FcPAs  (Konrad Adenauer blocked the denazification of Germany ! 42 min.)

 

vimeo.com/82873843   

Völlig neue Fakten über die Donauschwaben in der Vojvodina/Serbien. Fakten, die in Serbien jahrzehntelang mit einem Tabu belegt waren.